{"id":98,"date":"2001-04-24T14:44:25","date_gmt":"2001-04-24T14:44:25","guid":{"rendered":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/?p=98"},"modified":"2014-09-04T10:24:46","modified_gmt":"2014-09-04T10:24:46","slug":"volksz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/2001\/04\/24\/volksz\/","title":{"rendered":"volksz"},"content":{"rendered":"<p><a name=\"manilaID_0000120\"><\/a><\/p>\n<p>q\/depesche 01.4.20\/2<br \/>\n***<font size=\"+1\">AT: Unwuerdiges Spektakel Volkszaehlung<\/font><br \/>\n***Die ARGE Daten in einem Originalton, der keiner weiteren Kommentierung bed&uuml;rftig<br \/>\nist.<\/p>\n<p>***Milliardenteures Ritual zur B&uuml;rgerbel&auml;stigung &#8211; Massive Eingriffe in die<br \/>\nPrivatsph&auml;re zu bef&uuml;rchten &#8211; Strafdrohung der Volksz&auml;hlung ist totes Recht &#8211;<br \/>\nVeraltetes Menschenbild &#8211; Datenschutzrechtlich bedenkliche &#8220;Parallelaktion&#8221;<br \/>\ndes Innenministeriums &#8211; Daten zum Zeitpunkt der Ver&ouml;ffentlichung veraltet und<br \/>\nf&uuml;r seri&ouml;se Planung unbrauchbar <\/p>\n<p>***Milliardenteures Ritual zur B&uuml;rgerbel&auml;stigung <br \/>\nMit Ende April beginnt die sogenannte hei&szlig;e Phase der Volksz&auml;hlung 2001. Zehntausende<br \/>\nZ&auml;hlorgane werden ausschw&auml;rmen und Millionen Drucksorten verteilen. Diese sind<br \/>\nmit Stichtag 15.5.2001 von den Haushaltsvorst&auml;nden, Wohnungs-, Haus- und Arbeitsst&auml;ttenbesitzern<br \/>\nauszuf&uuml;llen und bis Ende Mai zu retournieren. <br \/>\nDer volkswirtschaftliche Schaden dieser Aktion liegt bei rund 6 Mrd. Schilling<br \/>\n(rund 436 Millionen Euro). Zu den offiziell ausgewiesenen weit &uuml;ber 500 Mio.<br \/>\nATS der Statitik Austria kommt noch derselbe Betrag durch die Gemeinden hinzu.\n<\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;Den Hauptanteil der Belastung m&uuml;ssen jedoch Millionen Familien<br \/>\nsowie Wohnungs- und Hausbesitzer und Unternehmer tragen. Bei einer eher konservativ<br \/>\nkalkulierten Dauer von durchschnittlich drei Stunden f&uuml;r &Uuml;bernahme, Studium,<br \/>\nAusf&uuml;llen und Abgabe der Formulare und einem an einfachen B&uuml;rot&auml;tigkeiten orientierten<br \/>\nStundensatz ergeben sich weitere Kosten von knapp 5.000 Millionen ATS.&#8221; <\/p>\n<p>***Massive Eingriffe in die Privatsph&auml;re zu bef&uuml;rchten <br \/>\nWie die vergangenen Volksz&auml;hlungen zeigten, stellt besonders die Datenerhebung<br \/>\ndurch die Z&auml;hlorgane einen massiven Eingriff in die Privatsph&auml;re dar. Bei der<br \/>\nletzten Z&auml;hlung kam es in ganz &Ouml;sterreich laufend zu Aktivit&auml;ten der Z&auml;hlorgane,<br \/>\ndie an der Grenze der N&ouml;tigung anzusiedeln sind. Die Highlights des Mi&szlig;brauchs<br \/>\nder Amtspositionen waren: &#8211; Unberechtigtes Verlangen des Zutritts zur Wohnung<br \/>\n&#8211; &Uuml;bergabe vorausgef&uuml;llter Frageb&ouml;gen &#8211; Druck, die Frageb&ouml;gen im Beisein des<br \/>\nZ&auml;hlorgans auszuf&uuml;llen &#8211; Ausbessern des Fragebogens durch das Z&auml;hlorgan &#8211; Durchf&uuml;hrung<br \/>\nvon Zusatzerhebungen auf eigene Faust (<a href=\"http:\/\/www.ad.or.at\/text\/361.htm\">http:\/\/www.ad.or.at\/text\/361.htm<\/a>)<\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;<font color=\"RED\">Offenbar haben sich viele Z&auml;hlorgane<br \/>\ngeistig noch immer nicht von den Blockwartmethoden der NS- Zeit verabschiedet.<br \/>\nVersch&auml;rft wird die Situation durch die beinharte Kopfjagd der Gemeinden. Diese<br \/>\ninstruieren die Z&auml;hlorgane, besonders viele Personen zu z&auml;hlen, nicht gemeldete<br \/>\nPersonen aufzusp&uuml;ren und vergeben Vollst&auml;ndigkeitspr&auml;mien. Die ARGE DATEN bef&uuml;rchtet<br \/>\neine Wiederholung der Vorkommnisse der letzten Z&auml;hlungen.<\/font>&#8221; <\/p>\n<p>***Rechtslage zur Z&auml;hlung ist klar geregelt &#8211; Niemand mu&szlig; ein Z&auml;hlorgan in<br \/>\nseine Wohnung lassen. <br \/>\nSelbst der Leitfaden f&uuml;r die Z&auml;hlorgane betont mehrmals: &#8220;Bitte beachten Sie,<br \/>\ndass Sie nicht das Recht haben, Einlass in eine Wohnung zu verlangen.&#8221; &#8211; Jeder<br \/>\nhat das Recht, die Frageb&ouml;gen allein auszuf&uuml;llen. &#8211; Wird einem Z&auml;hlorgan mi&szlig;traut,<br \/>\ndann k&ouml;nnen die Formulare direkt bei der Gemeinde abgegeben werden. &#8211; Das Verteilen<br \/>\nvon vorausgef&uuml;llten Formularen durch die Gemeinden ist ungesetzlich. Die Annahme<br \/>\nvon derartigen Formularen kann verweigert werden. &#8211; Ausdr&uuml;cklich verboten ist<br \/>\nes den Z&auml;hlorganen die Formulare in Eigenregie auszubessern. &#8211; Das Z&auml;hlorgan<br \/>\nist nur berechtigt die Vollst&auml;ndigkeit der Formulare und der beantworteten Fragen<br \/>\nzu pr&uuml;fen. Es handelt sich dabei um eine blo&szlig;e Plausibilit&auml;tspr&uuml;fung. Es m&uuml;ssen<br \/>\nkeinerlei Zusatzfragen beantwortet werden. Es m&uuml;ssen auch keine Nachweise, etwa<br \/>\n&uuml;ber die Staatsb&uuml;rgerschaft, die Ausbildung oder die Kinderzahl vorgelegt werden.<br \/>\nGlaubt eine Gemeinde, da&szlig; irgendwelche Daten nicht korrekt sind, dann kann die<br \/>\nGemeinde ein formelles Verwaltungspr&uuml;fverfahren initiieren. <\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;An die Gemeinden appelliert die ARGE DATEN ihre F&uuml;hrungskompetenz<br \/>\nzu beweisen, und sicher zu stellen, da&szlig; sich die Z&auml;hlorgane rechtskonform und<br \/>\nb&uuml;rgerfreundlich verhalten. Wir erwarten, da&szlig; &uuml;berforderte Z&auml;hlorgane sofort<br \/>\nvon der Z&auml;hlungsaufgabe abgezogen werden.&#8221; <\/p>\n<p>***Welche Strafdrohungen bestehen bei der Volksz&auml;hlung?<br \/>\nDas Volksz&auml;hlungsgesetz kennt nur die allgemeinen Verwaltungsverfahrensstrafbestimmungen:<br \/>\nmit einer Obergrenze von 30.000,- ATS bei der Geldstrafe oder einer Ersatz-Freiheitsstrafe<br \/>\nbis zu sechs Monaten. Untergrenzen oder Mindestrafen existieren nicht. Diese<br \/>\naus formalrechtlichen Gr&uuml;nden im Volksz&auml;hlungsgesetz (&#167;9) enthaltene Bestimmung,<br \/>\nwurde es der letzten Volksz&auml;hlung nicht angewandt. Experten sprechen von Bedingungen,<br \/>\ndie nie oder praktisch nie angewandt werden, von &#8220;totem Recht&#8221;. Dies obwohl<br \/>\nviele hunderttausend Frageb&ouml;gen unvollst&auml;ndig ausgef&uuml;llt wurden. Allein die<br \/>\nAuskunftung &uuml;ber das Religionsbekenntnis wurde laut Statistik Austria 1991 270.965<br \/>\nMal verweigert. Sanktionslos. <br \/>\nDie Strafdrohung richtet sich gegen alle Personen, die die Fragen nicht, unvollst&auml;ndig<br \/>\noder fehlerhaft beantworten. Voraussetzung f&uuml;r eine Strafw&uuml;rdigkeit ist jedoch,<br \/>\nda&szlig; vors&auml;tzlich (&#8220;wissentlich&#8221;) gehandelt wird. Siehe dazu auch unseren Fallbericht:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.ad.or.at\/text\/41.htm\">http:\/\/www.ad.or.at\/text\/41.htm<\/a> <\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;Wir gehen davon aus, da&szlig; die B&uuml;rger m&uuml;ndig genug sind,<br \/>\nzu entscheiden, wie und in welcher Form sie bestimmte Fragen beantworten wollen.<br \/>\nDie B&uuml;rger k&ouml;nnen auch absch&auml;tzen, welche Risken das Nichtbeantworten von einzelnen<br \/>\nFragen nach sich zieht.&#8221;<\/p>\n<p>Tats&auml;chlich ist den Gemeinden die Beantwortung weiter Teile der Frageb&ouml;gen<br \/>\nauf gut Wienerisch &#8220;wurscht&#8221;. Das eigentliche Interesse der Gemeinden konzentriert<br \/>\nsich auf die blo&szlig;e Erhebung der Personenzahl. Diese Personenzahl ist f&uuml;r die<br \/>\nZahlungen aus dem sogenannten Finanzausgleich des Bundes von Bedeutung. Mit<br \/>\nder Abgabe eines Personenblattes je Familienmitglied und der Beantwortung der<br \/>\nFragen 1 und 2 (Geburtsjahr und Geschlecht) sind die Anforderungen der Gemeinden<br \/>\nerf&uuml;llt. <\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;Schon die Erfahrungen der letzten Volksz&auml;hlung zeigten,<br \/>\nda&szlig; viele Gemeinden mit der oben beschriebenen Basisausf&uuml;llung des Personenblattes<br \/>\nzufrieden waren.&#8221; <\/p>\n<p>Tats&auml;chlich wissen die Gemeinden tagesaktuell &uuml;ber ihre B&uuml;rger (Zahl und Altersstruktur)<br \/>\nbescheid. Die Gemeinden benutzen die Volksz&auml;hlung nur zur Best&auml;tigung ihrer<br \/>\neigenen Daten.<br \/>\nZwischen den Gemeinden ist eine regelrechte Jagd um diese Personenbl&auml;tter entbrannt.<br \/>\nBei der letzten Volksz&auml;hlung wurden weit &uuml;ber hunderttausend Reklamationsverfahren<br \/>\n&uuml;ber die Feststellung der Zuordnung des Personenblatt es zu einer Gemeinde gef&uuml;hrt.<br \/>\nFest steht, da&szlig; eine mehrfache Abgabe eines Personenblattes bei verschiedenen<br \/>\nGemeinden, nicht &uuml;berpr&uuml;ft werden kann und auch zu keinerlei Reklamations- oder<br \/>\nVerwaltungsverfahren f&uuml;hren kann. <br \/>\nKonsequenterweise wird dann eine Person bei jeder dieser Gemeinden, bei der<br \/>\nsie den Wohnsitz, den Arbeitsplatz oder die Ausbildungsst&auml;tte hat, gez&auml;hlt.\n<\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;<font color=\"orange\">W&uuml;rde die Bundesregierung nicht den<br \/>\nGemeinden mi&szlig;trauen, k&ouml;nnte man sich das Volksz&auml;hlungsritual ersparen.<\/font><br \/>\nEs w&auml;re ausreichend, wenn die Gemeinden in Jahresabst&auml;nden die B&uuml;rgerzahl und<br \/>\ndie Verteilungen nach Geschlecht und Alter an die Statistik Austria &uuml;bermittelten.<br \/>\nDie Finanzausgleichsverteilung k&ouml;nnte in wesentlich k&uuml;rzeren Abst&auml;nden aktualisiert<br \/>\nwerden. Die Unterstellung, die Gemeinden w&uuml;rden ihre B&uuml;rgerzahlen mani pulieren<br \/>\nbzw. nicht korrekt verwalten, beschert uns den volkswirtschaftlichen Schaden<br \/>\nvon 6 Mrd. ATS.&#8221;<\/p>\n<p> ***Fragen nicht mehr zeitgem&auml;&szlig; <br \/>\nViele Fragen werden als aufdringlich angesehen und sind auch in Hinblick auf<br \/>\ndie EU-Richtlinie datenschutzrechtlich bedenklich. <br \/>\nNeben der Erhebung des &#8220;Religionsbekenntisses (8)&#8221; und des &#8220;Geburtslandes (4)&#8221;,<br \/>\nbeides sind Daten, die laut EU-Richtlinie in die Kategorie sensibler Daten fallen<br \/>\nund die nur unter ganz eingeschr&auml;nkten Bedingungen &uuml;berhaup t erhoben werden<br \/>\nd&uuml;rfen, finden sich noch eine Reihe weiterer skuriler bzw. problematischer Fragen.<br \/>\n<br \/>\n&#8220;Stellung im Haushalt (7)&#8221; mit der Vorgabe &#8220;Haushaltsvorstand&#8221;, noch immer gilt<br \/>\nbei der Statitik Austria das altv&auml;terliche Bild des &#8220;Familienoberhaupts&#8221; &#8220;Genaue<br \/>\nBerufsbezeichnung (13)&#8221;: In einer Zeit rasch wechselnder und immer individuellerer<br \/>\nBerufsbilder sind die vorgeschlagenen Beispiele &#8220;VIDEOGER&Auml;TEMONTIERIN&#8221; oder<br \/>\n&#8220;STRASSENW&Auml;RTER&#8221; nicht gerade hilfreich. Dieses Feld w ird keine auswertbaren<br \/>\nDaten liefern. <br \/>\nDie &#8220;Umgangssprache (6)&#8221; ist ebenfalls als problematisch einzustufen, da Sprachminderheiten<br \/>\nwieder einmal einem Bekenntissdruck gegen&uuml;ber der Gemeinde ausgesetzt werden.<br \/>\nAls generell problematisch wurden bei der letzten Volksz&auml;hlung alle Fragen zur<br \/>\nWohnung eingestuft. Gerade die Wohnung wird von allen Menschen als letztes privates<br \/>\nR&uuml;ckzugsgebiet angesehen. Fragen zu diesem wesentlichen Te il der Privatsph&auml;re<br \/>\nwerden als besonders zudringlich angesehen. Bei der letzten Volksz&auml;hlung reagierten<br \/>\ndie Menschen mit besonders l&uuml;ckenhaften und falschen Angaben. <br \/>\nO-Ton aus der Statistik Austria nach der letzten Volksz&auml;hlung: &#8220;W&uuml;rden wir die<br \/>\nWohnfl&auml;chen der verschiedenen Stockwerke der erhobenen H&auml;user vergleichen, w&uuml;rden<br \/>\nwir Geb&auml;ude bekommen, die es nicht geben kann.&#8221; Wohnh&auml;user m it 500 m2 im ersten<br \/>\nStock, 1500 m2 im zweiten Stock und 900 m2 im dritten Stock sind dann der Regelfall.<br \/>\nIn Wien brachte die letzte Z&auml;hlung 714 neu erbaute Substandard-Gemeindewohnungen,<br \/>\nderen Errichtung nach der Bauordnu ng verboten ist und die durch die Gemeinde<br \/>\nWien auch sicher nicht errichtet wurden (<a href=\"http:\/\/www.ad.or.at\/text\/372.htm\">http:\/\/www.ad.or.at\/text\/372.htm<\/a>).<\/p>\n<p> Dr. Hans G. Zeger: &#8220;Es ist uns aus rechtlichen Gr&uuml;nden nicht m&ouml;glich, bestimmte<br \/>\nEmpfehlungen zum Ausf&uuml;llen einzelner Fragen zu geben, doch gehen wir davon aus,<br \/>\ndass die B&uuml;rger bei jenen Fragen, die ihre Privat- und Intims ph&auml;re betreffen,<br \/>\neine selbst&auml;ndige Entscheidung treffen werden.&#8221;<\/p>\n<p> ***Datenschutzrechtliche bedenkliche &#8220;Parallelaktion&#8221; des Innenministeriums<br \/>\n<br \/>\nNeben der eigentlichen Volksz&auml;hlung findet zus&auml;tzlich eine Verwaltungserhebung<br \/>\ndes Innenministeriums statt. Die Z&auml;hlorgane agieren gleichzeitig als Organe<br \/>\ndes Innenministeriums und machen personenbezogene Erhebungen zum Meldegesetz.<br \/>\nZiel ist es, ein zentrales Melderegister zu schaffen, in dem jeder B&uuml;rger mit<br \/>\neinem eindeutigen Personenkennzeichen registriert ist. <\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;<font color=\"orange\">Diese Parallelaktion kann als eigentlicher<br \/>\nS&uuml;ndenfall der Volksz&auml;hlung angesehen werden. Seit der NS-Erhebung 1933 (&#8220;Generalinventur<br \/>\nDeutschlands&#8221;) kam es im deutschsprachigen Raum zu keiner Verkn&uuml;pfung statistischer<br \/>\nund personenbezogener Erhebungen.<\/font>&#8221; <\/p>\n<p>Mit dem zentralen Melderegister sollen die Beh&ouml;rden verpflichtet werden, bei<br \/>\njeder Eingabe eines B&uuml;rgers, bei jedem Antrag oder bei jedem sonstigen Verfahren,<br \/>\ndie Meldedaten zentral im Innenministerium zu &uuml;berpr&uuml;fen. Das Innenministerium<br \/>\nist verpflichtet derartige Anfragen zu protokollieren und zumindest drei Jahre<br \/>\naufzuheben. <\/p>\n<p>Dr. Hans G. Zeger: &#8220;<font color=\"orange\">Die Kombination zentrales Melderegister,<br \/>\neindeutiges Personenkennzeichen, Abfragepflicht durch die Beh&ouml;rden und Protokollierungspflicht<br \/>\ndurch das Innenministerium, produziert einen &auml;u&szlig;erst brisanten und datenschutzrechtlich<br \/>\nbedenklichen Informationsbestand. Erstmals ist das Innenministerium in der Lage<br \/>\nlaufend aktualisiert einen vollst&auml;ndigen &Uuml;berblick &uuml;ber die Beh&ouml;rdenkontakte<br \/>\neines B&uuml;rgers zu erhalten. In der Regel gen&uuml;gt es zu wissen, welche Beh&ouml;rde<br \/>\nkontaktiert wurde, ob Gewerbeamt, Sozialamt, Schulbeh&ouml;rde oder Verkehrsamt,<br \/>\num erkennen zu k&ouml;nnen, aus welchen Gr&uuml;nden jemand diese Beh&ouml;rden in Anspruch<br \/>\nnimmt. Auf Grund der Amtshilfe besteht das Recht durch das Innenministerium<br \/>\ngezielt die kompletten Beh&ouml;rdenakten anzufordern. Mit diesem System wird, versp&auml;tet,<br \/>\nder Traum der &Uuml;berwachungsbeh&ouml;rden des ehemaligen Ostblocks realisiert.<\/font>&#8221;\n<\/p>\n<p>Zurecht erhielt diese Parallelaktion schon 1999 den BigBrotherAward (<a href=\"http:\/\/www.bigbrotherawards.at\/awards_1999\/report_1999102\">http:\/\/www.bigbrotherawards.at\/awards_1999\/report_1999102<\/a><br \/>\n7.shtml) Weitere Informationen zum Meldegesetz: <a href=\"http:\/\/www.ad.or.at\/news\/20010108.html\">http:\/\/www.ad.or.at\/news\/20010108.html<\/a><\/p>\n<p> ***Volksz&auml;hlung produziert veraltete Daten <br \/>\nDie Datenauswertung gelang nach der Volksz&auml;hlung 1991 nur mit mehrj&auml;hriger Versp&auml;tung.<br \/>\nSchon die Abgabe der Formulare scheiterte zum geplanten Termin (<a href=\"http:\/\/www.ad.or.at\/text\/364.htm\">http:\/\/www.ad.or.at\/text\/364.htm<\/a>).<br \/>\nDr. Hans G. Zeger: &#8220;Uns ist kein wirtschaftlich agierendes Unternehmen bekannt,<br \/>\ndas die Ergebnisse der Volksz&auml;hlung f&uuml;r irgendwelche planerischen oder strategischen<br \/>\nEntscheidungen benutzt. Die Daten sind durchwegs veraltet oder zu ungenau, meist<br \/>\ntrifft beides zu. Kommerzielle Unternehmen verlassen sich eher auf kurzfristig<br \/>\nangesetzte Stichprobenerhebungen durch professionelle Marketing- und Meinungsforschungsinstitute.<br \/>\nWenn diese seri&ouml;s agieren, k&ouml;nnen wesentlich aktuellere und statistisch genauere<br \/>\nDaten, ohne unerw&uuml;nschte Eingriffe in die Privatsph&auml;re, ermittelt werden.&#8221;<\/p>\n<p> ***Res&uuml;mee <br \/>\nDie Volksz&auml;hlung produziert mit Milliardenaufwand die Illusion einer exakten<br \/>\nDatenerhebung. Das Ergebnis ist jedoch, bedingt durch methodische Erhebnungsm&auml;ngel<br \/>\nund versp&auml;tete Auswertung, ein unnutzbarer Datenfriedhof. Dr. Hans G. Zeger:<br \/>\n&#8220;Das Ritual Volksz&auml;hlung hat l&auml;ngst eine Eigendynamik entwickelt, die sich mit<br \/>\nrationalen Verwaltungsargumenten nicht rechtfertigen l&auml;&szlig;t. Statt effektiver<br \/>\nEinsparungen der Verwaltung wird ein volkswirtschaftliches Verm&ouml;gen von 6 Mrd.<br \/>\nATS vernichtet. Die Volksz&auml;hlung entpuppt sich als nicht mehr zeitgem&auml;&szlig;es Machtritual<br \/>\neines Staates mit authorit&auml;ren Tendenzen. Nebenbei wird auch die F&auml;higkeit des<br \/>\nStaates geprobt, bei Bedarf fl&auml;chendeckend den Zugriff zur Privatsph&auml;re der<br \/>\nB&uuml;rger zu organisieren.&#8221; Die grunds&auml;tzlichen Informationen und Bedenken zur<br \/>\nletzten Volksz&auml;hlung (1991) bleiben auch f&uuml;r die aktuelle Volksz&auml;hlung g&uuml;ltig<br \/>\nund finden sich im Informationssystem der ARGE DATEN (<a href=\"http:\/\/www.argedaten.at\">http:\/\/www.argedaten.at<\/a>,<br \/>\nSuche im ARCHIV, Stichwort <a href=\"http:\/\/www.dada.at\/newniemand\/discuss\/msgReader$120\">volksz&auml;hlung<\/a>). <\/p>\n<p>Wenn Sie Fragen zu dieser Presseaussendung haben, kontaktieren Sie bitte <a href=\"mailto:info@argedaten.at\">info@argedaten.at<\/a><br \/>\n<br \/>\nAlle News der ARGE DATEN: <a href=\"http:\/\/www.argedaten.at\/news\/index.html\">http:\/\/www.argedaten.at\/news\/index.html<\/a>\n<\/p>\n<p>&#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8211;<br \/>\nARGE DATEN &#8211; Oesterreichische Gesellschaft fuer Datenschutz <br \/>\nFON (+43) 676 9107032 <a href=\"mailto:info@argedaten.at\">info@argedaten.at<\/a> <a href=\"http:\/\/www.argedaten.at\">http:\/\/www.argedaten.at<\/a> <br \/>\n&#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8212; &#8211;\n<\/p>\n<p>-.-. &#8211;.- -.-. &#8211;.- -.-. &#8211;.- -.-. &#8211;.- -.-. &#8211;.-<br \/>\nq\/depesche taeglich ueber zivile freiheiten im netz subscribe\/unsubscribe or<br \/>\ndigest <a href=\"http:\/\/www.quintessenz.org\/q\/depesche\/\">http:\/\/www.quintessenz.org\/q\/depesche\/<\/a> comments <a href=\"mailto:harkank@quintessenz.at\">harkank@quintessenz.at<\/a><br \/>\nGMX &#8211; Die Kommunikationsplattform im Internet. <a href=\"http:\/\/www.gmx.net\">http:\/\/www.gmx.net<\/a> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>q\/depesche 01.4.20\/2 ***AT: Unwuerdiges Spektakel Volkszaehlung ***Die ARGE Daten in einem Originalton, der keiner weiteren Kommentierung bed&uuml;rftig ist. ***Milliardenteures Ritual zur B&uuml;rgerbel&auml;stigung &#8211; Massive Eingriffe in die Privatsph&auml;re zu bef&uuml;rchten &#8211; Strafdrohung der Volksz&auml;hlung ist totes Recht &#8211; Veraltetes Menschenbild &#8211; Datenschutzrechtlich bedenkliche &#8220;Parallelaktion&#8221; des Innenministeriums &#8211; Daten zum Zeitpunkt der Ver&ouml;ffentlichung veraltet und f&uuml;r [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-98","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-imported"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98"}],"version-history":[{"count":1,"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":764,"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98\/revisions\/764"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/dada.dadaserver.net\/niemand\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}